Klaus Paier & Asja Valcic (Österreich / Kroatien)
Klaus Paier – Akkordeon, Bandoneon
Asja Valcic – Cello
Dienstag, 17. August 2010, 20:00 Uhr, Volksbad Jena
| VVK voll | erm. | AK voll | erm. |
| 9,00 | 7,00 | 11,00 | 9,00 |
Jokerkarten gelten, Kinderkartenpflichtig
Wenn diese beiden ihre Instrumente erklingen lassen, lohnt es sich, die Ohren zu spitzen. Denn solch ein Duo gibt es so schnell nicht wieder, sowohl in dieser Kombination als auch von dieser Güte. Zu Ersterem: Cello und Akkordeon/Bandoneon, da treffen zwei Welten aufeinander, hohe Klassik und jazzig-weltvolksmusikalisch angehauchtes Klanggut, verpackt in zwei ausdrucksstarke Solo-Instrumente. Insgesamt also ein schwierig scheinendes, aber lohnendes Unterfangen, das eben auch – hier sind wir beim zweiten Punkt – Musiker allererster Güte erfordert. Und solche sind Asja Valcic und Klaus Paier zweifelsohne. Beide sind sie arrivierte Musiker mit internationalen Karrieren, beide haben mit den Großen der Welt musiziert, beiden gelüstet gelegentlich nach den etwas freieren Formaten.
Vorhang auf also für Klaus Paier & Asja Valcic. Kontaktbörse für die beiden bis dato einander unbekannten Musiker bildete das radio.string.quartet.vienna aus Wien, ein klassisches Wiener Streichquartett, das gleichwohl unter der Leitung von Bernie Mallinger sich durchaus unklassischer Stücke annimmt. Die Gründung des Quartetts geht unter anderem zurück auf einen Wunsch von Klaus Paier, der Mallinger nach streichender Begleitung anfragte. Und das Cello in diesem neuen Quartett bediente, genau: Asja Valcic. Diese Findungsgeschichte zeigt schon, weder Paier noch Valcic sind gesetzte Philharmoniemusiker, beide lieben die Unrast und das Mitmischen in verschiedensten Projekten und Stilrichtungen.
Asja Valcic vervollkommnete ihre klassische Celloausbildung nach der heimischen Zagreber Musikakademie sehr exemplarisch in den USA, in Moskau sowie in Deutschland, um anschließend mit Orchestern wie den Zagreber und Belgrader Philharmonikern oder dem Westfälischen Kammerorchester zu arbeiten. 1995 war Valcic Gewinnerin des „Concours international de jeunes concertistes de Douai“ in Frankreich und spielt seit 2004 mit dem radio.string.quartet.vienna sowie seit 2008 eben mit Klaus Paier. Dieser kann auf eine nicht weniger illustre Karriere verweisen. Nach dem Konservatorium in Klagenfurt begann er ab 1993 konsequent eigene Projekte auf- und das Akkordeon in verschiedenste Klangwelten einzubauen, von Dino Saluzzi und dem Tango Nuevo über den Jazz eines Keith Jarrett, französischen Musette, italienische Tarantellas oder bulgarische Tänze bis hin zu den klassischen Kompositionen eines Satie oder eines Bartók. Alle diese Welten haben Eingang gefunden in Paiers eigenes Kompositionsschaffen, und er realisiert es in den verschiedenen Konstellationen: solo, als Duo mit Gerald Preinfalk, mit dem Klaus-Paier-Trio oder dem radio.string.quartet.vienna oder eben auch, natürlich: mit Asja Valcic. Zusammen kitzeln sie sehr ungewohnte, schnelle und zupackende Momente aus diesen beiden fordernden, emotionalen Instrumenten, in einer rein akustischen Zwiesprache.



