Clare Teal (GB) & Michael Kaeshammer (Kanada)

Mittwoch, 04. August 2010, 20:00 Uhr, Theatervorplatz

VVK voll erm. AK voll erm.
12,00 9,00 14,00 11,00

Jokerkarten gelten, Kinderkartenpflichtig

www.kaeshammer.com
www.myspace.com/michaelkaeshammer

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Dieser Abend ist gleich zwei besonderen Jazzkünstlern aus Kanada und Großbritannien vorbehalten, die beide in ihren Heimatländern überaus bekannt sind, aus äußerst nebulösen Gründen aber in Deutschland und Mitteleuropa noch nicht die ihnen gebührende Aufmerksamkeit erlangt haben. Aber dafür gibt es ja die Kulturarena.

Bei Michael Kaeshammer ist es allerdings nicht ganz richtig, mit Kanada, dem Land, in dem er lebt und durchaus ein Jazz- und Boogie-Star ist, seine Heimat zu identifizieren. Denn Michael Kaeshammer, der schwierige Name deutet es an, stammt aus Offenburg.  Hier begann 1990 auch seine Karriere als Pianist und Jazzer: Mit dreizehn entdeckte er bei Legenden wie Albert Ammons und Meade Lux Lewis den Boogie Woogie und das Stride Piano, warf sich sofort in deren Arme und wurde ein musikalisches Wunderkind. Im Teenageralter schon zog er durch die Clubkeller seiner badischen Heimat und setzte diese Touren auch fort, nachdem die gesamte Familie an die kanadische Westküste umzog. Kaeshammer wurde hier quasi über Nacht zu einem gefeierten Dance-Jazz-Pianisten, der mit seiner kleinen Band einen lange nicht gehörten, extrem tanzbaren Boogie aufs Parkett legte. Ja, selbst der gute alte Tambourin wird hier heftigst bedient. Im Laufe seiner nun schon mehr als ein Jahrzehnt andauernden Karriere veröffentlichte er inzwischen sechs Alben, näherte sich musikalisch dem klassischen Südstaatensound eines Professor Longhair oder eines James Booker und verfasst zunehmend seine eigenen Songs und Rhythmen. Und die haben durchaus Chancen, irgendwann selbst zu Standards zu werden.

Ähnliches könnte auch Clare Teal widerfahren; in ihrer Heimat Großbritannien ist die Jazzsängerin schon auf dem besten Wege dahin. Dabei war Miss Teal keineswegs ein Senkrechtstarter. Auch sie spielt seit frühester Kindheit verschiedene Instrumente, aber während Kaeshammer schon durch die Boogie-Clubs zog, konsumierte Teal exzessiv die Plattensammlung ihrer Eltern, bestehend vor allem aus Swing- und Bigband-Hits der 30er bis 50er Jahre.  Dieses gewaltige Arsenal gärte jahrelang vor sich hin, während Teal Klavier und E-Orgel studierte, an Billie-Holiday-Wettbewerben teilnahm und sich mit Werbejingles über Wasser hielt. Aber irgendwann schlug schließlich der Zufall zu: Ein Aushilfsauftritt für die erkrankte Stacey Kent bei einem Festival in Wales bescherte eine begeisterte Hörerschaft und zeigte eine Clare Teal, die aus dem Stand über ein komplettes Programm an Jazzstandards und swingenden Klassikern verfügte sowie ein Stimmorgan, das einen Vergleich mit Legenden wie Bette Midler geradezu herausforderte. Mittlerweile sind diese Anfänge längst vergangen, Clare Teal selbst ein Star mit acht veröffentlichten Alben und Dutzenden Auszeichnungen. Swingen aber kann sie noch wie weiland auf dem Dachboden, inmitten der Hundertschaften alter Platten und musikalischer Kleinode.