Manu Katché (Frankreich)
Donnerstag, 12. August 2010, 20:00 Uhr, Theatervorplatz
| VVK voll | erm. | AK voll | erm. |
| 12,00 | 9,00 | 14,00 | 11,00 |
Jokerkarten gelten, Kinderkartenpflichtig
Mr. Katché ist ein Phänomen der geheimnisvolleren Art. Fragt man beliebige Hörer nach seinem Namen, ist er meist kein Begriff. In der Musikwelt hingegen ist er bekannt wie ein bunter Hund, er spielte auf allen Kontinenten mit nahezu jedem großem Namen, und sein Schlagzeug ist auf Hunderten Studioalben zu hören. Kurz: Manu Katché ist eine graue Eminenz, ein Musician’s Musician. Es mag vielleicht auch an seinem Instrument liegen, an dem er eben ein solch geachteter Experte ist: das Schlagzeug und die Percussion. Hier gibt es nur wenige Künstler, die es vermögen, solistisch in den Vordergrund zu treten (Phil Collins beispielsweise ist eine solch interessante Ausnahme).
Katchés eigene Solokarriere startete so auch an der Seite eines anderen großen Künstlers. 1986 veröffentlichte Peter Gabriel sein Album „So“, dessen markanter Schlagzeugeinsatz dafür sorgte, dass einmal, ein einziges Mal, der Blick der Fachwelt auf den Begleiter des genialen Gabriel fiel, in diesem Falle eben: Manu Katché. Die Besonderheit, die ganz spezielle Note, die der damals gerade erst Ende 20-jährige Katché so nachdrücklich zeigte, lag in der originellen, fast ornamentalen Handhabung verschiedenster Percussionelemente und Rhythmus-Strickmuster. Katché kann sich hier – und er hat dieses Markenzeichen bis heute behalten – auf seine eigene, verschlungene Biografie stützen, die ihm sowohl das reiche perkussive Erbe der Côte d’Ivoire überreichte (dem Land seiner Eltern) als auch die klassische Tradition westeuropäischer Klangkunst, erarbeitet in langjähriger Plage in diversen französischen Klavierschulen und – als Student am ehrwürdigen Conservatoire de Paris.
Die erste große Kostprobe des Könnens bei Weltmusikfreund Peter Gabriel führte nahtlos zu einem weiteren Meister auf Solopfaden, zu Sting, der mit Katché 1987 wesentliche Titel seines Albums „...Nothing Like the Sun“ produzierte. Spätestens jetzt hatte Manu Katché in der Musikwelt seinen Ruf weg, als ungemein virtuoser, vielseitiger Perkussionskünstler, und es folgten Kooperationen von Joni Mitchell bis Youssou N’Dour, von Tori Amos bis Jeff Beck oder Al Di Meola. 1991 war es dann Zeit für ein erstes Soloalbum, schlicht und richtig betitelt: „It’s About Time“. So richtig in Fahrt kam die eigene Klangkunst aber erst 2005, als Katché sein zweites Album bei Manfred Eichers ECM veröffentlichte. Hier entwickelte er seine eigene Vision eines auf vertrackten Snare-Rhythmen basierenden, klassisch groovenden Jazz, und zwar so erfolgreich, dass 2010 ein drittes ECM-Album erscheint, wiederum schlicht und treffend „Third Round“ betitelt, unter Mitarbeit von Musikern wie Pino Palladino oder Jason Rebello.






