OqueStrada (Portugal)
Marta Miranda – Gesang
João Lima – Portugiesische Gitarre
Zeto Feijão – Gitarre & Gesang
Marina Henriques – Akkordeon
Jean Marc Pablo – Bass
Sandro Manuel – Trompete
Freitag, 06. August 2010, 20:00 Uhr, Theatervorplatz
| VVK voll | erm. | AK voll | erm. |
| 9,00 | 7,00 | 11,00 | 9,00 |
Jokerkarten gelten
Die Portugiesen. Immer unterwegs. Immer auf Wanderschaft. Und wenn nicht mit dem Schiff gen Neue Welt, dann per Traum in andere Weiten. Kein Wunder, so klein und fern am äußersten Zipfel Europas, mit unverbaubarem Blick auf den Atlantik. Diese Lage kreierte den melancholischen Fado, die wohl portugiesischste Musikform. Doch natürlich sind hier auch andere, weniger wehmütige Weisen zu Hause, in den kleinen Tavernen, den Eckkneipen der Lissaboner Vorstädte, den Tascas der Provinz. Hier begannen vor einigen Jahren die Schauspielerin und Barsängerin Miranda und der französische Showkünstler Pablo ihren Traum zu zimmern: von einer kleinen, möglichst authentischen portugiesischen Band, die ihre Inspiration aus der Reise zieht, aus dem Nährboden von Migration und Wanderung, aus denen die lusitanische Kultur seit jeher besteht.
Sie begannen in einem alten Kino, diese Idee zu verwirklichen: In jenen ex-cineastischen Konzertsaal konnte nur gelangen, wer von Lissabon aus den Weg über den Tejo nimmt, hinein in das kleine Almada, einen der vielen Vororte auf der „anderen Seite“. Für OqueStrada, wie sich die Band bald nannte, wurde dieses Südufer des Flusses, die Margem Sul, zu mehr als einer Heimat, es wurde zu einer Inspiration. Von hier aus starteten sie zu etlichen Reisen durch die Dörfer und kleinen Städte Portugals und gabelten dort eine Volksmusik auf, die sich deutlich vom Fado unterscheidet: eine bodenständige, schnellere, am südfranzösischen Chanson orientierte Tanzmusik mit ordentlich Groove und leicht schepperndem Jahrmarktcharme, in der all die Musikstile aufscheinen, die einmal durch dieses Land gezogen sind: vom afrikanischen Kuduro oder Funaná über brasilianische Rhythmik und kapverdischen Schmelz bis zu amerikanischem Sprechgesang.
Mit dieser proletarisch anmutenden Promenadenmischung von Musik zeichnet OqueStrada ein anderes Bild der Hauptstadt Lissabon, in deren Sichtweite über den Tejo hinweg man residiert (wenn man denn daheim ist) – das eines untergründigen, migrantischen, meist auch armen Lebens, dem gleichwohl eines nie fehlt: der portugiesische Traum, o sonho português. So lautet auch der Untertitel des ersten Albums „Tasca Beat“, das OqueStrada 2009 nach sieben Wanderjahren endlich veröffentlichte und das das ganze Land begeisterte. Die Band hatte ja auch gut vorgearbeitet mit ihren Touren durch nahezu jedes Dorf von Braga bis Faro. Denn wörtlich bedeutet OqueStrada, um das etwas schief erscheinende Wortspiel aufzulösen, schlicht „welche Straße“ oder auch nur: unterwegs.








