Sophie Hunger

Sophie Hunger

Auf Sophie Hungers aktuellem Studioalbum „Supermoon“ von 2015, ihrem vierten, findet sich ein ganz und gar außergewöhnlicher Titel: ein Duett mit Eric Cantona. Wir erinnern uns: Eric Cantona, streitbarer französischer Fußballnationalspieler, vielfacher Meister sowohl in Frankreich als auch England, offiziell gewählter „bester Premier-League-Spieler aller Zeiten“ (gewählt von einem englischen Publikum, wohlgemerkt!).

Und nun singt er mit Sophie Hunger. Das passt scheinbar so gar nicht zu dem in der Öffentlichkeit vorherrschenden Bild von Sophie Hunger: als wohl größte, aber auch rätselhafteste Schweizer Popsängerin, als schräge, unkonventionelle, höchst eigenwillige Künstlerin mit Hang zur intimen Dramatik und zur lakonischen Weltflucht. 

Nein, es scheint nicht zu passen, und doch ... Und doch ist es ein ganz und gar großartiges Sophie-Hunger-Lied. Denn in den vergangenen zehn Jahren hat Sophie Hunger regelmäßig alle Musikfreunde überrascht. Kaum hatte man sich an den melancholischen, zu Herzen gehenden Liedern ihres Debütalbums „Mondays Ghost“ 2008 sattgehört, schon sprang sie in nächtlichen Konzertsessions wild über spanische Open-Air-Bühnen. Und kaum dass ihr Ruhm als komplexe und eigenwillige Popsängerin sich in Europa verbreitet hatte, da knallte sie wunderbar ironische Kolumnen über Institutionen wie die Salzburger Festspiele in die Feuilletonspalten großer deutscher Zeitschriften.

Ja, Sophie Hunger ist in der Tat eine vielseitige, wandlungsfähige Künstlerin. Das hat sie mit großen Musik-Kolleginnen gemein, mit denen sie – ganz zu Recht – schon verglichen wird: mit Feist, beispielsweise, oder auch der viel zu früh verstorbene Lhasa de Sela. Ebenso wie sie bewegt sich Hunger ganz unvorhersehbar und überraschend, aber immer stilsicher zwischen den Genres Folk, Pop und Elektronik, changiert zwischen Deutsch, Französisch, Englisch und Schweizerdeutsch und breitet über alles ihren eigenen, knochentrockenen Humor. 

Und zusätzlich ist Hunger eben auch noch – ausweislich zahlreicher Interviews – eine kenntnisreiche und bekennende Fußballfreundin, mit Sympathien vor allem für Jürgen Klopp (auch das eher unerwartet). Da liegt ein Duett mit Eric Cantona nahe, da dieser im Gegensatz zu Klopp inzwischen auch vielbeschäftigter Schauspieler ist und seine Sprechrolle in besagtem Song höchst souverän erfüllt. Fast könnte man ihn für Nick Cave halten…

Das Hunger-Catona-Duett auf dem aktuellen Album ist jedoch nicht irgendein Lied, sondern „La chanson d'Helene“: ein Song, der im Original von Romy Schneider und Michel Piccoli gesungen wurde und der einem französischen Nationalheiligtum gleichkommt. Und das ist nun wieder ganz und gar Sophie Hunger. Nur wenige Sängerinnen haben die Chuzpe, sich an eben solche Heiligtümer zu wagen, noch dazu als Schweizerin, noch dazu mit Eric Cantona als Michel-Piccoli-Nachfolger. Doch es funktioniert: Die Franzosen liegen „Madame Hungèr“ zu Füßen. Und nicht nur die.

Besetzung und Land

Gesang, Gitarre, Piano & Mundharmonika - Sophie Hunger
Gitarre - Geoffrey Burton
Gesang, Bass, Keyboard, Trompete & Flügelhorn - Alexis Anérilles
Gesang & Bass - Simon Gerber
Schlagzeug & Perkussion - Alberto Malo

Schweiz

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Zeit und Ort

Freitag, 15. Juli 2016 · Theatervorplatz
Beginn: 20:00 Uhr
Einlass ab: 19:00 Uhr

Tickets

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16,00 € 13,00 € 19,00 € 16,00 €

Jokerkarten gelten nicht

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