Selah Sue (Belgien), Rupa & the April Fishes (USA) & Hamel (Niederlande)
Mittwoch, 14. Juli 2010, 19:00 Uhr, Theatervorplatz
| VVK voll | erm. | AK voll | erm. |
| 12,00 | 9,00 | 14,00 | 11,00 |
Jokerkarten gelten, Kinderkartenpflichtig
Die Arena wird neunzehn, sprich: die Schule ist zu Ende, und man geht, na klar, auf Wanderschaft. Das hat die Arena zwar schon immer getan, aber zum 19. soll sie einmal ganz offensiv gefeiert werden: mit einem speziellen Eröffnungskonzert. Die Kulturjournalistin und Autorin Shelly Kupferberg (Deutschlandradio, radiomultikulti) wird hierbei die schöne Aufgabe übernehmen, als Moderatorin die musikalische Reise der kommenden sechs Sommerwochen anzukündigen. Stellvertretend ausgeführt wird sie von einem Dreierpack Musiker, die per Kurzprogrammen den Arena-Sommer ins Rollen bringen: Der niederländische Swingjazzer Hamel, die belgische Soulsängerin Selah Sue und die mexikanischamerikanische Worldmusic-Band Rupa & The April Fishes. So unterschiedlich die drei auch sind, eines haben sie gemeinsam: Sie sind alle jung, zumindest an Dienstjahren im Musikbereich, und bieten damit das Beste, was einem erfahrenen Festivalpublikum widerfahren kann – bisher ungehörte frische Pflänzchen in lang gepflegten Arenafeldern, dem swingenden Jazz, der Weltmusik, dem Soulfunk.
Nehmen wir Hamel, der zwar ausschaut wie ein goldgelockter Luke Skywalker, es aber in Sachen Songwritertum durchaus faustdick hinter den grünen Ohren hat. Daheim in Holland hagelt es Vergleiche mit Legenden wie Dean Martin oder Frank Sinatra (etwas zeitgenössischer auch Jamie Cullum), seit Wouter Hamel 2007 in kompletter Eigenregie sein DebÜtalbum „Hamel“ herausbrachte. „Nun haben wir unseren eigenen echten Crooner!“, rief das Königreich wie aus einem Munde. Und in der Tat, der swingende, an klassische Sinatra-Songs erinnernde Sound beschwört goldene Jazz-Zeiten herauf und ist doch komplett neu und eigen, gitarrenbewehrt und in glänzenden Popgewändern. Wenn Hamel das blonde Swing-Gold sei, dann wäre Selah Sue der ergänzende Kontrapunkt: die dunkle, energetische Soul-Funk-Röhre. Auch wenn sie wie Hamel eher aus einer Jazzdiaspora kommt, aus Leuven in Nordbelgien, wird ihr doch aus berufenem Munde (von begeisterten Kollegen) eine Stimme wie vielleicht nur Amy Winehouse bescheinigt. Die setzt sie auch weidlich ein und kitzelt aus ihrem SoulMaterial einen vibrierenden, mit Ska und Blues gepfefferten Grundsatzgroove heraus, bei dem es keine Diskussion gibt.
Hier schließt sich auch nahtlos (zumindest im Ergebnis) die Musik der Gruppe Rupa & The April Fishes an, auch wenn sie einen ganz anderen Weg gehen, den der Weltmusik, in ihrer speziellen Ausprägung schon als Global Agit-Pop bezeichnet. Sie bedienen sich, ursprünglich aus San Fransisco, eines nomadischen Sammelsuriums aus Folk, Ska, mexikanischer Mariachi und osteuropäischen Polka-Stampfern. Auch hier ist es eine sehr persönliche Mischung, mehrsprachig, immer neugierig und mit einer ordentlichen Portion musikalischer Verve. Genau das Richtige zur Einstimmung auf einen langen Sommer voller Musik.












