Sierra Maestra (Kuba)
Alejandro Suárez Galarraga – Percussion, Gesang
Yelfris Valdes Espinosa – Trompete, Gesang
Luis Barzaga Sosa – Keyboard, Gesang
Jesús Bello Díaz – Gitarre, Gesang
Emilio Ramos Batista – Tres-Gitarre
Virgilio Valdés Decalo – Maracas, Gesang
Eduardo Rico Menéndez – Percussion
Mansfarroll – Guiro, Gesang
Eduardo Himely Pino – Bass, Gesang
Donnerstag, 29. Juli 2010, 20:00 Uhr, Theatervorplatz
| VVK voll | erm. | AK voll | erm. |
| 9,00 | 7,00 | 11,00 | 9,00 |
Jokerkarten gelten
Endlich wissen wir, was Son bedeutet: Soul of a nation, die Seele einer Nation, na klar. Derart gänzlich unmissverständlich definiert es Sierra Maestra per Albumtitel, und sie haben dazu auch einiges Recht, prägen sie doch als Kubas führendes Son-Ensemble die moderne Entwicklung dieser Musik seit mehr als 30 Jahren, seit 1976, entscheidend mit. Und führen über den Bandnamen hin zu den historischen Wurzeln des Son, der im 19. Jahrhundert in den Hügeln eben der kubanischen Sierra Maestra entstand, aus dem Zusammentreffen afrikanischer Trommelrhythmik und spanischer Siedlergitarren. In der Sierra Maestra sollte später auch Castros Hauptquartier während des Kampfes gegen Batista entstehen. Der heimische Son, auf Spanisch schlicht „der Klang“, ist so in der Tat die Seele der kubanischen Nation. Sierra Maestra wiederum sind die Seele des Son.
Sie waren Mitte der 70er Jahre die ersten, die versuchten, den originalen (ländlichen) Son der 20er und 30er Jahre zu erforschen und musikalisch wiederzubeleben. Nicht in Form einer musealen Liebhaberband, sondern als vitale Vereinigung stolzer kubanischer Musiker, die die Zukunft im Blick haben. Im Laufe ihrer langen Geschichte übten die fast ein Dutzend Mitglieder einen erklecklichen Einfluss auf die Musik Kubas wie auch der ganzen Welt aus: Seit Anfang der 80er Jahre reisten sie um die Welt, von Finnland bis Japan, von Deutschland (West wie Ost) bis Kenia, sie wurden in Kuba selbst zu einer Art Nationalheiligtum und sorgten ab Mitte der 90er Jahre auch zumindest hinter den Kulissen für den internationalen Durchbruch des Son. Der damalige Bandleiter Juan de Marcos González lud in jener Zeit nebenbei die alte Garde des Son ins Studio, eine Formation, aus der schließlich die Afro Cuban All Stars hervorgehen sollten, wie auch der noch bekanntere Buena Vista Social Club, den González zusammen mit Ry Cooder zusammentrommelte.
Sierra-Maestra-Trompeter Jesús Alemañy schließlich gründete Anfang der 90er Jahre in London die Band ¡Cubanismo!. Ihren Ruf als die Brutstätte des modernen, traditionellen Son cubano haben sich also Sierra Maestra bis heute erhalten, auch weil sie immer wieder junge Musiker in ihre Reihen aufnahmen, wie Trompeter Yelfris Valdés, Tres-Spieler Emilio Ramos oder Perkussionist Eduardo Rico, mit denen sich Sierra Maestra bis heute mit allem Fug und Recht als die beste Son-Gruppe Kubas bezeichnen darf, wenn nicht sogar als dessen Seele. Weiterhin spielen sie regelmäßig live in Kuba und weltweit, veröffentlichen alle paar Jahre ein Album (wie eben das neueste „Soul of a Nation“), und halten damit den Son spritzig wie ein junges Reh. Es kann weitergehen, sagen sie. Auch wenn die alte kubanische Garde einmal gegangen ist.









