The Hooters

Mittwoch, 21. Juli 2010, 20:00 Uhr, Theatervorplatz

VVK voll erm. AK voll erm.
17,00 14,00 19,00 16,00

Jokerkarten gelten nicht, Kinderkartenpflichtig

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Es gibt Lieder, die sind in das kulturelle Gedächtnis eingesickert, ohne dass man je vom Urheber etwas gehört hätte. Es vielleicht gar nicht wissen wollte. So ähnlich wie bei Sherlock Holmes. Ein solcher Song ist ganz klar „500 Miles“. Wer saß nicht mit, sagen wir, 15 Jahren am Lagerfeuer, hörte das unvermeidliche „500 Miles“ und schaute in die Sterne. Ob aus Romantik oder Qual: Zu „500 Miles“ hat jeder eine Meinung, und wie auch bei Sherlock Holmes lohnt es sich, einmal zu schauen, wer diesen Song eigentlich fabrizierte. Das Original stammt aus den 60ern von Peter, Paul and Mary, zu weitester Verbreitung verhalfen ihm aber in den 80er Jahren The Hooters.  Sie sangen diesen Song 1989 auf ihrem vierten Album „Zig Zag“ und berührten damit neben Millionen Zuhörern auch Roger Waters, der sie flugs zum legendären „The Wall“-Konzert im frisch vereinten Berlin einlud. Das zeigt auch: „500 Miles“ ist mehr als eine tränendrüsige Lagerfeuerhymne, es ist auch und vor allem ein Lied über politischen Widerstand, über Freiheit und Exil.

Dieses Sendungsbewusstsein, die Idee, dass Musik etwas bewegen kann, leitete The Hooters seit ihren Anfängen 1980, als sie in den USA in die entstehende Synthierock-Welle einstiegen und mit toupierter Föhnwelle Hits wie „All you Zombies“ oder „Fightin’ on the Same Side“ sangen – Songs, die den Politaktivismus der 70er Jahre in den scheinbar völlig unpolitischen 80er-Mainstream trugen. Dementsprechend ereignete sich der internationale Durchbruch auch auf Bob Geldofs Live-Aid-Konzert 1985, bei dem sie als Opener in Philadelphia vor 90.000 Menschen auftraten und ihren Ruf als große Folk-Pop-Band erspielten.  Zehn Jahre und etliche Chart-Hits später trennten sich die Hooters erst einmal, um anderen Geschäften nachzugehen: von der Landschaftsgärtnerei bis hin zum Songschreiben für Joan Osborne und Robbie Williams. Der Impuls, wieder als Band auf Tour zu gehen, kam aus Deutschland: 2003 war hier eine eigentlich einmalige Reunion-Tour derart erfolgreich, dass The Hooters fortan wieder ein aktiver Name in der Musikwelt waren. Und zwar, wie es sich für eine engagierte Band gehört, nicht als Oldie-Jukebox, sondern in durchaus neuem Gewand. Das neue Jahrtausend kürzte die Föhnwellen, drängte den Synthesizer zurück und förderte wieder die akustischen Instrumente zu Tage, so dass The Hooters heute ein wenig bei ihren Wurzeln gelandet sind: politisch engagiertem, melodischem Folk-Rock. Und das zum 30-jährigen Bühnenjubiläum. Wir gratulieren!