Faber

Faber

KonzertArena

Es ist wohl das Los der jetzigen Musikergeneration, dass man sie immer mit bekannten Idolen vergleicht. Klingt wie …, sieht aus wie …, als hätten … und … ein Kind gekriegt. Auch bei Faber purzeln die Assoziationskapriolen beim Hören wie von selbst: Serge Gainsbourg, Sven Regener, Farin Urlaub, Rio Reiser, Bob Dylan et cetera, et cetera pp. – eine ganze Riege stellt sich hier auf und es fällt schwer zu glauben, dass dieser gerade einmal 24-jährige zarte Typ mit Wuschelkopf dafür verantwortlich ist. Dass diese rauchig-dreckige Stimme, die klingt, als hätte sie mehr als nur eine schwere Nacht erlebt; dass diese Texte zwischen tiefschwarzem Humor und einer lebensklugen Abgründigkeit; dass all dies tatsächlich schon in so jungen Jahren zusammenfinden kann.

Aber da steht er, dieser Faber aus der Schweiz, der mit bürgerlichem Namen Julian Pollina heißt, und begeistert die Musikwelt, die in ihm gleich den neuen Hoffnungsträger sieht. Und auch, wenn man die Kiste nicht gleich ganz so hoch ansetzt, Faber bürstet den pathetisch-romantischen Deutschpop tatsächlich gehörig gegen den Strich. Und er wagt dabei unbequeme Perspektivwechsel. Ein Beispiel? Im Song „Wem du’s heute kannst besorgen“ seines Debütalbums „Sei ein Faber“ schlüpft er in die Rolle eines älteren Herren, der eine 16-Jährige zum Sex nötigt: „Gib mir nur ein Küsschen. – Lass mich dich etwas kitzeln. – Etwas Nähe ist nicht schlimm. – Sei doch kein Kind." Oder wenn er provokant seine Vorstellung einer AfD-Position zur Flüchtlingskrise mit Zeilen wie „Wer nicht schwimmen kann, der taucht" besingt. Natürlich hat auch die Liebe ihren Platz. So heißt es beispielsweise in einem Lied mit dem wohlklingenden Titel „Brüstebeinearschgesicht“: „Und sie tanzen wie Falter im Licht. Doch nicht für dich, nicht für dich, nicht für dich“. Schwimmen dürfen diese Textbilder in einem dichten Bad von Folk, Polka, Blues, Rock, Indie, Chanson bis hin zu Balkandisco. Schmetternde Bläsersätze und Bassriffs machen den Platz in der Schublade Singer-Songwriter, in die Faber gern gesteckt wird, klein. Doch Ecken findet Faber ja genug.

Besetzung und Land

Schweiz

Link

Zeit und Ort

Sa, 17. August 2019 · Theatervorplatz
Beginn: 20:00 Uhr

Einlass ab: 18:30 Uhr

Tickets

Preis voll ermäßigt
Vorverkauf: 24,00 € 21,00 €
Abendkasse: 26,00 € 23,00 €

Kinderkartenpflichtig

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