Nils Wülker

Nils Wülker

KonzertArena

„Totgesagte leben länger“, heißt es. Wobei dem „Patienten Jazz" in seiner über 100-jährigen Geschichte schon so einige Nachrufe gewidmet wurden. Besonders Kollaborationen mit Musikern anderer Genres verwässern ihn in den Augen einiger Kritiker – entsprechend wittern sie bei jeder Gelegenheit Etikettenschwindel oder Hochstapelei. Derartige Vorbehalte sind Nils Wülker indes völlig fremd. Im Gegenteil: Der u. a. mit dem Jazz-Echo dekorierte deutsche Musiker und Produzent sieht gerade in dieser Offenheit das Wesen und Potenzial des Jazz. Dieser hat für ihn als Schmelztiegel begonnen, der immer alle möglichen Einflüsse aufgenommen hat. So ist Jazz für Wülker auch keine abgeschlossene Kunstform mit scharfen Genregrenzen, sondern schlicht das Zentrum seiner Musik. Und dieses lotet er seit 16 Jahren immer tiefer und umfassender aus.

Der Keim für diese Herangehensweise wurde bei Nils Wülker im Alter von 16 Jahren gepflanzt. Da geriet er als Austauschschüler in den USA mitten in die Acid-Jazz-Welle. Zudem kam er hier mit der Musik von Miles Davis in Kontakt. Ein Erweckungsmoment. Seit dem Abschluss seines Studiums an der renommierten Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin im Jahr 2002 veröffentliche er sage und schreibe zehn Alben. Schon sein Debütalbum galt als Paukenschlag: Auf „High Spirits“ spielten nicht nur US-Stars wie Gene Calderazzo und Orlando le Fleming, es erschien auch als erstes Album eines deutschen Jazzers bei Sony. Doch gleich darauf der nächste Knall: Wülker verließ den Major, gründete sein eigenes Label „Ear Treat“ – was ihm die benötigte Freiheit verschaffte. Während er 2015 mit seinem Album „Up“ den Schulterschluss mit Funk, Soul und Pop suchte, stößt der Jazzer 2017 mit seinem jüngsten Album „On“ eine weitere Klangtür auf. Gemeinsam mit The Krauts und Marteria rückt er verstärkt den HipHop ins Feld, spielt mit Synths und Programming, dreht angstfrei den Jazz durch den Beatwolf. Herausgekommen ist laut Wülker „ein dichter wie erlöster, faszinierender wie flimmernder Soundtrack unserer Zeit.“ Und: ein starkes Lebenszeichen des Jazz.

Besetzung und Land

Deutschland

Link

Zeit und Ort

Donnerstag, 9. August 2018 · Theatervorplatz
Beginn: 20:00 Uhr

Einlass ab: 19:00 Uhr

Tickets

Preis voll ermäßigt
Vorverkauf: 12,00 € 9,00 €
Abendkasse: 14,00 € 11,00 €

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