Provinz & Rikas

Provinz & Rikas

KonzertArena

Der Schwaben-Express-Abend

Beim Spaziergang durch die deutsche Musiklandschaft stechen aktuell einige frische Pflänzchen heraus, die durchaus das Potential haben, dauerhaft Wurzeln zu schlagen. Eine Jungpflanze, die es dabei aus der Provinz in vielerlei Gehörgänge geschafft hat, ist die gleichnamige Band Provinz. Vier Musiker, von denen übrigens drei Cousins sind, aufgewachsen in der ländlichen Idylle des Speckgürtels von Ravensburg. Die Jungs steigen augenblicklich ganz groß ein. Erst letztes Jahr veröffentlichten sie ihre Debüt-EP „Reicht dir das“ bei Warner Music. Die Presse hofiert sie als „eine der besten neuen Indie-Bands der letzten Jahre“ - und das nicht ohne Grund. Die Vier machen so ziemlich alles richtig, was geht: Ehrlich, nachdenklich und direkt besingt Sänger Vincent, mit schnoddrig durchzechter Nachtstimme, den Wunsch in die Großstadt zu gehen und gleichzeitig alles zu verlieren, erste Erfahrungen mit Liebe und Trennung, mit Partys, Alkohol und dem „Was uns high macht“. Damit sind ihre Folkpopsongs weit weg vom Naturimage, aber besonders nah am Lebensgefühl einer Generation, die gerade dabei ist, die Füße unter andere Tische zu strecken.

Wer hier nun krampfhaft Parallelen zum zweiten Act des Abends sucht: 2018 war Provinz im Bandpool der Popakademie Baden-Württemberg, auf deren Hotlist im Jahr zuvor die Rikas standen.  Zugegeben, auch eine gewisse Vorliebe zum Oberlippenbart und Harmoniegesang verbindet die beiden Bands aus dem Schwabenländle. Und auch hier kennen sich die vier Stuttgarter Musiker aus Kindertagen, spielten schon früher Punkmusik unter dem nicht gerade zukunftsträchtigen Bandnamen To young to shave. Den neuen Bandnamen zum lässigen Soul-Pop stiftet indes der Band-Hund Rika, wobei unbekannt ist, ob dieser auch gemeinsam mit den Jungs per Interrail durch Europa reisen durfte. Ihren Songs jedenfalls wurden auf diesem Trip verdammt tanzbare Rhythmen sowie eine Portion Sonne verpasst – eine unverwechselbare Sound-Collage, welche die vier Jungs „Swabian Samba“ tauften. Und so heißt auch ihre Debüt-EP, auf der klar Einflüsse von 60er Jahre-Bands wie den Beatles herauszuhören sind (#ProvinzParallele). Warum auch nicht? Junge Pflanzen gedeihen auf nahrhaftem Boden am besten!

Zeit und Ort

Donnerstag, 23. Juli 2020
Kleines Paradies Jena

Beginn: 19:30 Uhr

Einlass ab: 18:00 Uhr

Tickets

Preis voll ermäßigt
Vorverkauf: 16,00 € 13,00 €
Abendkasse: 19,00 € 16,00 €

Kinderkartenpflichtig

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